Archiv der Kategorie: Soziologie

5th EIASM Workshop on Trust within and between organizations

FINT, the First International Network on Trust, has done a number of workshops trust in inter- and intra-organizational relationships. FINT is a network of scholars from various disciplines doing research on trust. In the past decade, issues of trust in inter- and intra-organizational relationships have become more important on the agendas of organizational scholars, due to changes in the social structure of societies, economic exchange relations and organizations. Deteriorating binding power and norms of reciprocity within and between organizations, reduction of hierarchical relations and sanctions for deviant behavior in organizations and other developments have fostered interest in cooperative behavior and trusting relationships. In networked organizations, organizational performance becomes increasingly dependent on trustful relations. A related development is the globalization and virtualization of markets and social relations within and between organizations. Trust is imperative to constructive social interaction in society and to value creation in economic relations. On January 28 and 29, 2010, FINT had its 5 th EIASM workshop on trust within and between organizations in Madrid, Spain. It brought together researchers from 24 countries. Weiterlesen

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Bildungsfernsehen 2.0

Während des Studiums wurde mal mein „Kulturoptimismus des Fernsehens“   vom Professor gerügt. Dabei wird mein Kulturoptimismus des Fernsehens deutlich getoppt durch meinen Kulturoptimismus der Social Media 😉

Denn so sehr das Fernsehen die Beschäftigung mit Dingen ermöglicht, die sonst nicht zugänglich wären, empfinde ich Wissenschaftsjournalismus im Fernsehen häufig als unbefriedigend. Erstens würde ich mir mehr Wissenschaftsberichterstattung aus sozial- und geisteswissenschaftlichen Disziplinen im Verhältnis zu den naturwissenschaftlichen Disziplinen wünschen. Zweitens berichtet das Fernsehen häufig im Stil „Wissenschaftler haben herausgefunden, dass …“ . Als Zuschauer möchte ich aber gern erfahren,  um welchen Wissenschaftler an welchem Institut es sich handelt, welches seine wichtigsten Schriften sind, von welchen Positionen er sich abgrenzt usw. Dafür eignet sich der Wissenschaftler-Vortrag besser. Weiterlesen

Digitale Wissenschaftskommunikation: Blogs am MPIfG

Diesen Beitrag habe ich vor einiger Zeit für den Newsletter des Max Planck Instituts für Gesellschaftsforschung 03/09 geschrieben. Den  Newsletter mit dem Schwerpunkt“Globalisierung und transnationale Governance“ und einem Forscherportrait über Renate Mayntz könnt Ihr hier erreichen.

Wissenschaftsweblogs, Wikiwebs, Microblogging, Social-Networking-Plattformen speziell für Wissenschaftler, aber auch die älteren Formen der Wissenschaftskommunikation wie Newsgroups, Foren, Chats und Mailinglisten sind Kommunikationsakte, die zwischen der Welt der internen und der Welt der externen Wissenschaftskommunikation angesiedelt sind. Sie ermöglichen dem einzelnen Wissenschaftler oder einer Forschergruppe, direkt – also ohne Gatekeeper – und niederschwellig – also ohne nennenswerte technische Hürden – mit Fachkollegen, Wissenschaftlern aus anderen Disziplinen und einer breiteren Öffentlichkeit zu kommunizieren. Sie schaffen eine diskussionsfreudige Öffentlichkeit zum Gegenstandsbereich, reflektieren den Forschungsprozess, greifen thematisch relevante Ereignisse auf und holen Feedback ein.

Die Trennung zwischen Wissenschaft und Journalismus wird hier aufgehoben. Wissenschaftler treten mal als Forscher auf, mal lösen sie sich aus dem gewöhnlichen Arbeitszusammenhang und schreiben ähnlich wie Journalisten über Entwicklungen einer Fachdisziplin, eine Tagung oder Ereignisse aus dem aktuellen Zeitgeschehen. Die Begeisterung für den Forschungsgegenstand und die Fachdisziplin ist ein Grundmotiv für Wissenschaftsblogger. Damit erschaffen Wissenschaftler neue Genres der öffentlichen Kommunikation über Wissenschaft und der wissenschaftlichen Reflexion von Themen aus dem Alltag.

Am MPIfG gibt es bislang zwei Weblogs:

Governance Across Borders“ und „Economic Sociology“. Sigrid Quack und ihre Mitautorinnen und -autoren aus der Forschergruppe „Governance Across Borders“  bloggen über die Zusammenhänge von globaler, supranationaler und nationaler Steuerung, die sich vermehrt auf das Wirtschaftsleben, auf die Strukturmuster sozialer Solidarität und auf sozialkulturelle Prozesse auswirken. Die Autoren diskutieren über Themen wie Urheberrecht und Creative Commons, Finanzmarktkrise, Arbeitsmarktstandards, Mikrokredite, Umweltschutz, politische und soziale Bewegungen. Sie verzichten dabei weitgehend auf theoretische Abhandlungen und Theoriebezüge, die nur für eine Fachleserschaft verständlich sind.

Die Weblog-Aktivität der Forschergruppe dient auch der Reflexion der eigenen Forschungstätigkeit und der Ausformulierung solcher Ideen, die spannend sind, aber aus zeitlichen oder sachlichen Gründen nicht als formale wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht werden können.

Governance Across Borders ist ein sehr aktives, eigenständig geführtes Gruppenblog mit regelmäßigen Einträgen und zahlreichen Kommentaren, das der informellen Konversation der Forschergruppe im öffentlichen Raum dient und somit allen Interessierten ein Fenster zum Projektkontext öffnet. Damit sind ideale Voraussetzungen für eine immer weiter reichende Vernetzung in der Wissenschaftsblogszene und der journalistischen Weblogszene gegeben. Governance Across Borders regt dazu an, sich mit Erscheinungsformen und sozialen Konsequenzen von Institutionen, ihrem Wandel und ihrem Versagen zu beschäftigen und die soziale Relevanz von Institutionen zu reflektieren. Zuletzt ist es zum „Featured Blog“ der internationalen Konferenz der Society for the Advancement of Socio-Economics (SASE) im Juni 2010 in Philadelphia, USA, gewählt worden.

In ihrem Weblog „Economic Sociology“ schreibt Brooke Harrington über die sozialen Hintergründe von Märkten und Geldwirtschaft für eine junge Leserschaft auf College- bzw. Universitätsniveau. Die Beiträge sind einerseits sehr lebensnah gehalten und andererseits mit den Theorien von Marx, Simmel, Durkheim, Foucault und vielen anderen Soziologen verknüpft. Dadurch sind sie auf zwei Ebenen lesbar: Für Nichtwissenschaftler sind die Beiträge aufgrund ihrer Handlungsrelevanz und des im Alltag von allen geteilten Erfahrungshorizonts verständlich, für Leser mit Soziologie-Kenntnissen und Wissenschaftler kommt die Ebene der soziologischen Reflexion hinzu. Das macht Brooke Harringtons Weblog zu einem handlungstheoretischen Weblog im besten Sinn.

Economic Sociology beschäftigt sich mit dem Kollaps der Finanzmärkte, den Erscheinungsformen und Folgen globaler Finanzmärkte wie zum Beispiel den Bonuszahlungen im Bankwesen, den Investmentclubs für Privatanleger und der Illusion der Sicherheit von Finanzanlagen, den Annehmlichkeiten einer Krankenversicherung europäischen Typs, aber auch mit der befremdlichen Kundenverdrossenheit deutscher Unternehmen. In einem Gastbeitrag betreibt Galyn Burke-Brown eine Wirtschaftssoziologie des Triathlonsports: Sie zeigt die sozialen Mechanismen auf, nach denen sich Triathleten als selbstselektive, wohlhabende Gruppe hochgradig motivierter, leistungsbereiter und wettbewerbsorientierter Individuen aus den oberen Schichtungssegmenten der Gesellschaft zusammenfinden. Anders als die Gruppe Governance Across Borders bloggt Brooke Harrington allein, lädt jedoch Gastautoren ein und ist im Verbund des „Contexts“-Magazins der American Sociological Association (ASA) mit anderen Weblogs aus verschiedenen Teilgebieten der Soziologie verknüpft.

Governance Across Borders und Economic Sociology sind zwei gute Beispiele dafür, wie Wissenschaftler zeitgemäße Social-Media-Aufritte gestalten können. Im „Web 2.0“ wird vom Internetauftritt eines Wissenschaftlers bedeutend mehr erwartet als lediglich eine statische Homepage mit wenigen personenbezogenen Angaben. Entscheidend ist qualitativ hochwertiger Inhalt in Form von Textbeiträgen, Fotos, Folienpräsentationen, Audio- oder Videobeiträgen, Livestream oder Twitter-Meldungen – oder als Kombination verschiedener Formate, die parallel in dynamische Nachrichtenströme eingespeist werden können. Hinzu kommen Open-Access-Publikationen, Interviews bei Presse, Rundfunk oder Fernsehen sowie Beiträge für überregionale Tageszeitungen. Selbstverständlich kann eine einzelne Wissenschaftlerin oder ein einzelner Wissenschaftler nicht alle Kanäle bedienen. Doch hier bietet sich die Möglichkeit, mit geringem Aufwand und zu minimalen Kosten für diejenigen zu öffnen, für die Wissenschaftler arbeiten: die Gesellschaft, über die und für die Sozialwissenschaftler forschen.

Soziale Ungleichheit nach Ländern

Visual Economics hat eine schöne Übersicht zur Einkommensverteilung im internationalen Vergleich.

Die Lorenzkurve wird verwendet, um anzuzeigen, welche Bevölkerungsanteile für das Einkommen einer Gesellschaft verantwortlich sind und welche Anteile nur geringe Einkommen erzielen. Je näher die Lorenzkurve einer geraden Linie im 45-Grad Winkel kommt, desto gleichmäßiger ist das Einkommen in einer Bevölkerung verteilt, je stärker die Kurve gewölbt ist, desto stärker ist die Einkommensungleichheit in einer Bevölkerung ausgeprägt. Wenn man den Bereich oberhalb und unterhalb der Kurve aufteilt, erhält man den Gini-Koeffizienten. Je geringer der Gini-Koeffizent, desto gleichmäßiger ist das Einkommen in einer Bevölkerung verteilt. Schweden weist mit 0,23 den geringsten Gini-Koeffizienten im internationalen Vergleich auf.  Da fragt man sich, weshalb Deutschland trotz Wirtschaftskrise so ausgeglichen aussieht. Weiterlesen

Die Ökonomie des Konsums – der Konsum in der Ökonomie

Was haben der Golf Blue Motion, ein Regal aus der Ikea-Serie Billy, ein Nespresso-Kaffeeautomat, eine All-Inklusive Reise nach Fuerte Ventura, ein Los der Aktion Mensch, das I-Phone und die Bahncard 50 gemeinsam? Wer eines dieser Produkte kauft, hat eine Entscheidung getroffen für diese und gegen andere Konsumoptionen, freilich auf unterschiedlichen Niveaus finanzieller Möglichkeiten. Die individuelle Entscheidung für den Kauf bestimmter Güter impliziert Präferenzordnungen, Wertzuschreibungen, ethisch-moralische Grundsätze. Sie ist sozial und kulturell überformt, und sie hat Kon­sequenzen den sozialen Status und die Lebenslage des Einzelnen betreffend. Darüber hinaus wirkt sie sich auf der anderen Seite Wirtschafts­geschehens – bei Produktion, Erwerbsarbeit und Distribution – aus.

Im Berliner Harnack-Haus der Max-Planck-Gesellschaft fand am 06. und 07. November 2009 eine gemeinsame Tagung der DGS-Sektion Wirtschafts­so­ziologie und der AG Konsumsoziologie zum Thema „Die Ökonomie des Konsums – der Konsum in der Ökonomie“ statt. Ausgehend von 9 Arbeitspapieren über die Zusammenhänge von Kon­sum und Wirtschaft haben wir Gemeinsamkeiten von Wirtschafts- und Konsumsoziologie so­wie Möglichkeiten der Zusammenarbeit beider Arbeitsbereiche diskutiert.
[Hier werden aus Zeitgründen 7 Papiere vorgestellt – klar sind alle Vorträge empfehlenswert. Die Tagungsorganisation wird die Paper Library zu einem späteren Zeitpunkt öffentlich bereitstellen] Weiterlesen

Biedermänner und Brandstifter II. In welche Richtung steuert die Regierung bezüglich HartzIV?

‚Hirnverbrannt‘ nannte Guido Westerwelle von der FDP Befürchtungen, dass die neue schwarz gelbe Regierungskoalition eine Fortsetzung des Sozialabbaus mit sich bringe. „Deutschland wird von der Mitte aus regiert, von einer Koalition der Mitte. Und die Ränder haben in dieser Republik nichts zu sagen„, sagte der Parteivorsitzende am Sonntag bei einem FDP-Sonderparteitag in Berlin. Wer nun von unsozialer Politik spreche, dem sei in seiner „Hirnverbranntheit“ nicht zu helfen (ReutersSZ, 25.10.09). Auch der neue Bundesarbeitsminister Jung verwahrt sich gegen Auffassungen, die ihn von Soziallabbau und sozialer Kälte in Verbindung bringen. Vielmehr liege ihm an gutem Kontakt zu den Gewerkschaften (WELT, 29.10.09). Vor etwas mehr als einem Jahr hatte mich Till Westermayer auf einen Aufsatz zweier Wirtschaftswissenschaftler namens Thießen und Fischer mit dem Titel „Die Höhe der sozialen Mindestsicherung – eine Neuberech­nung bottom-up“ aufmerksam ge­macht, just nachdem dieser Artikel in der Zeitschrift für Wirtschaftspolitik erschienen war [kommentiert von Till Westermayer und mir im September 2008].

Seit längerem gibt es eine Begleitmusik mit provozierenden Wortmeldungen von Politikern unterschiedlicher Couleur, die wissenschaftliche Beiträge diesen und ähnlichen Typs gern für pauschale Äußerungen über die Bezieher des Grundeinkommens nach SGB II aufgreifen. Nach den Angaben der Bundesagentur für Arbeit für September 2009 gibt es knapp 6,75 Millionen Einzel­personen bzw. über 3,5 Millionen Bedarfs­gemeinschaften, die ein Grundeinkommen nach SGB II beziehen [Bundesagentur für Arbeit] Weiterlesen

„Strukturwandel zu Metropolen?“ Erste Regionalkonferenz der DGS

Dortmund DASA

Dortmund DASA

Die erste Regionalkonferenz der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) fand in Dortmund und Bochum zum Thema „Strukturwandel zu Metropolen?“ statt. Vier Hochschulen, die Ruhr-Uni Bochum, die TU Dortmund, die Uni Duisburg-Essen und die FernUni Hagen haben die Konferenz gemeinsam im Namen der DGS ausgerichtet. Sie haben ein neues Konferenzformat geschaffen, das etwas kleiner ist als die DGS-Konferenzen und sich an alle in Deutschland wie in anderen Ländern tätigen Soziologinnen und Soziologen. Besonders für Studierende ist die Regionalkonferenz ein ideales Format, weil sie übersichtlicher, fokussierter und praxisnäher ist als die großen DGS-Konferenzen, die auch immer für einen Besuch empfohlen sind.

Das Thema ist die Metropole bzw. Metropolregion. Etwa die Hälfte der Menschheit lebt in Städten. Metropolen sind Knotenpunkte wirtschaftlicher Wertschöpfung mit dem schnellen Rhythmus ihrer eigenen Produktions-Kultur. Sie sind aber auch Verdichtungen der Produktion von Wissen und Kultur sowie Orte unterschiedlicher Lebensformen. Sie sind  Seismografen für gesellschaftliche Entwicklungen, die sich dort zuallererst zeigen und die sich erst später andeswo durchsetzen. Im Zuge der Globalisierung haben sich viele dieser Prozesse beschleunigt. Unterschiede zwischen räumlich weit entfernten Metropolen scheinen zu verschwinden, und aus vormals klar identifizierbaren und abgrenzbaren Städten entstehen großräumige Metropolregionen wie die des Ruhrgebiets. Das Ruhrgebiet – Europas Kulturhauptstadt 2010 – ist eine Region mit 53 teils zusammengewachsenen Städten. Die wichtigsten Zentren entstanden bereits im Mittelalter. Das Ruhrgebiet erreichte seine heutige Ausdehnung und Struktur mit der Industrialisierung im 19. und 20. Jahrhundert. Heute hat die Metropolregion Ruhr ca. 5 Millionen Einwohner von insgesamt 18 Millionen Einwohnern in NRW, und die Bewohner können stolz darauf sein, den Strukturwandel von der durch Bergbau und Schwerindustrie dominierten Region bis in die 1960er Jahre hin zu einer postindustriellen Region mit Wissenschaft und Hochkultur einigermaßen erfolgreich bewältigt zu haben. Die Bewohner des Ruhrgebiets, bekannt für ihre offene, freundliche Art und Bodenständigkeit, haben mindestens ein ambivalentes Verhältnis zu ihrer Region. Oliver Scheidt (Ruhr 2010 GmbH) rezitierte einen älteren Verwandten, dem beim Betreten einer Brücke mit dem für das Ruhrgebiet typischen Blick auf eine Schnellstraße entfuhr: „Schön ist es nicht. Aber meins. Und woanders ist auch Scheiße.“ Beim Strukturwandel des Ruhrgebiets liegen Licht und Schatten dicht beieinander: Die Metropolregion Ruhr hat einerseits vielversprechende neue Wirtschaftsfelder, Bildung und Wissenschaft und eine lebendige Kulturszene, andererseits aber auch ökologische und demografische Herausforderungen; zudem erstreckt sich im Ruhrgebiet ein Armutsbogen, der einen Teufelskreis aus Arbeitslosigkeit, Armut, schwierigen Familienverhältnissen, bildungsfernen Haushalten und Chancenlosigkeit der Kinder beschreibt. Eine sozialwissenschaftliche Beforschung des Ruhrgebiets auch im Austausch mit Experten aus Politik, Wirtschaft und Praxis ist also dringend erforderlich.

Die Plenumsveranstaltungen und Panels der Regionalkonferenz Ruhr war so verschiedenen Themen gewidmet wie Europäisierung und Regionalisierung, Verhandelter Strukturwandel, soziale Ungleichheit, Naturverständnis und Metropolentwicklung, demografischer Wandel (alternde Gesellschaft), Eventkultur, Kultur- und Kreativwirtschaft, Fußballmetropole Ruhrgebiet, Ökonomisierung des Zeitungsjournalismus, Hochschulreform, Metropolen als Innovationsregionen. Noch in der Eröffnungsveranstaltung hat Stadtsoziologe Hartmut Häußermann Zweifel aufkommen lassen, ob man das Ruhrgebiet als „Metropolregion“ oder gar als „Metropole“ bezeichnen kann. Historische Metropolen wie das alte Babylon und das antike Rom konnten ökonomisch, politischen, funktional und institutionell eine zentrale Stellung beanspruchen. Von ihnen ging eine Strahlkraft für das gesamte Umland aus. Metropolen sind einerseits Orte von besonderer Dynamik, andererseits aber auch Orte des sozialen Abstiegs und der sozialen Ausgrenzung. Da Häußermann selbst bei der Bundeshauptstadt Berlin aufgrund der durch den 2. Weltkrieg und den Mauerbau fehlenden historischen Kontinuität den Metropolenstatus bezweifelt, steht wohl auch der Metropolenstatus des Ruhrgebiets infrage. Weiterlesen