Soziale Ungleichheit nach Ländern

Visual Economics hat eine schöne Übersicht zur Einkommensverteilung im internationalen Vergleich.

Die Lorenzkurve wird verwendet, um anzuzeigen, welche Bevölkerungsanteile für das Einkommen einer Gesellschaft verantwortlich sind und welche Anteile nur geringe Einkommen erzielen. Je näher die Lorenzkurve einer geraden Linie im 45-Grad Winkel kommt, desto gleichmäßiger ist das Einkommen in einer Bevölkerung verteilt, je stärker die Kurve gewölbt ist, desto stärker ist die Einkommensungleichheit in einer Bevölkerung ausgeprägt. Wenn man den Bereich oberhalb und unterhalb der Kurve aufteilt, erhält man den Gini-Koeffizienten. Je geringer der Gini-Koeffizent, desto gleichmäßiger ist das Einkommen in einer Bevölkerung verteilt. Schweden weist mit 0,23 den geringsten Gini-Koeffizienten im internationalen Vergleich auf.  Da fragt man sich, weshalb Deutschland trotz Wirtschaftskrise so ausgeglichen aussieht. Der Gini-Koeffizient für Deutschland ist in dieser Infografik nicht explizit ausgewiesen. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich eine interessante Differenz zwischen dem Gini-Koeffizienten in Bezug auf das Einkommen und dem Gini-Koeffizienten in Bezug auf das Vermögen: „Zwischen 1998 und 2003 stieg der Gini-Koeffizient bei den Markteinkommen – das heißt vor staatlicher Umverteilung durch Steuern und Sozialleistungen – von 0,44 auf 0,47 an. Bemerkenswert ist, wie sehr der Staat noch Einfluss nehmen kann: Nach staatlicher Umverteilung lag der Gini-Koeffizient 1998 wie 2003 nur bei 0,25.“ Der Gini-Koeffizient für die Ungleichheit der Vermögen liegt hingegen sehr hoch bei 0,79 (Handelsblatt 2007). Da in der Grafik ja die Einkommensungleichheit berücksichtigt ist, sieht es für Deutschland ja ziemlich ausgeglichen aus; wird zusätzlich die Vermögensungleichheit berücksichtigt, sieht das Bild schon weniger freundlich aus. Mit einem Gini-Koeffizienten von 0,45 ist die wirtschaftliche Unsicherheit in den USA noch spürbar stärker ausgeprägt als hier bei uns. Immerhin sind in dort ca. 35 Millionen Menschen auf Lebensmittelmarken angewiesen: Fast jeder achte Erwachsene und fast jedes vierte Kind kann würde ohne Lebensmittelmarken nicht satt (NYT, 28.11.2009). Die extremste wirtschaftliche Ungleichheit weltweit mit einem Gini-Koeffizienten von 0,70 hat Namibia. Wem das noch nicht genügt, kann sich mal seine Position auf der Global Rich List anzeigen lassen.

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