Petition für Open Access beim Deutschen Bundestag

Open Access PetitionVor einigen Wochen hatte ich anlässlich einer Meilensteintagung des Projektverbundes „Interactive Science“ Gelegenheit, mit Lars Fischer (Scilogs) über seine Idee für eine Petition für Open Access beim Deutschen Bundestag zu diskutieren. Inzwischen hat Lars Fischer seine ePetition zu Open Access bei wissenschaftlichen Veröffentlichungen beim Deutschen Bundestag eingereicht und kann sich über eine überwältigende Resonanz freuen. Knapp 12000 Unterstützer haben das Volksbegehren inzwischen unterzeichnet und es werden immer mehr. Inzwischen besteht zusätzlich die Möglichkeit, auch offline für die Petition zu werben: Diese Unterschriftenliste (pdf) könnt Ihr einfach ausdrucken und Familie, Freunde und Kollegen unterschreiben lassen – die ausgefüllte Liste geht dann per Fax oder Briefpost zurück an den Petitionsausschuss.

Hier der Wortlaut der ePetition für Open Access:

Text der Petition

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass wissenschaftliche Publikationen, die aus öffentlich geförderter Forschung hervorgehen, allen Bürgern kostenfrei zugänglich sein müssen. Institutionen, die staatliche Forschungsgelder autonom verwalten, soll der Bundestag auffordern, entsprechende Vorschriften zu erlassen und die technischen Voraussetzungen zu schaffen.

Begründung

Die öffentliche Hand fördert Forschung und Entwicklung nach Angaben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung jährlich mit etwa 12 Milliarden Euro. Die Ergebnisse dieser Forschung jedoch werden überwiegend in kostenpflichtigen Zeitschriften publiziert. Es ist nicht angemessen, dass der Steuerzahler für die von ihm finanzierten Forschungsergebnisse erneut bezahlen muss.
Wegen der hohen Kosten und der Vielzahl wissenschaftlicher Zeitschriften sind Forschungsergebnisse nur in wenigen Bibliotheken einsehbar. Den meisten Bürgern ist der Zugang zu der von ihnen finanzierten Wissenschaft dadurch nicht nur erschwert, sondern de facto ganz verschlossen. Den Bürger von der Wissenschaft auszusperren ist nicht nur schädlich, sondern auch unnötig. Andere Länder haben vergleichbare Vorhaben bereits umgesetzt. Die US-Amerikanische Behörde National Institutes of Health (NIH) verlangt, dass alle von ihr finanzierten Publikationen binnen 12 Monaten an einem zentralen Ort öffentlich zugänglich sind. Die grundsätzliche Struktur des wissenschaftlichen Publikationswesen verändert sich hierdurch nicht.

Wer die ePetition unterstützen möchte, kann hier mitzeichnen. Jede Stimme zählt.

Das Aktionsbündnis „Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft“, das auch die Göttinger Erklärung (pdf) veröffentlicht hat, unterstützt die Petition ebenfalls.

Es gibt auch eine Gruppe bei Facebook, die Lars‘ Petition für Open Access für wissenschaftliche Publikationen unterstützt.

Eine Antwort zu “Petition für Open Access beim Deutschen Bundestag

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