Tagesarchiv: August 31, 2009

Start09 – Wie man Hochkultur ins Netz bringt

Start 09 - Kultur trifft Web 2.0

Start 09 - Kultur trifft Web 2.0

Zu den erfolgreichsten Projekten im Bereich der Social Media dürfte das dacapo Weblog der Duisburger Philharmoniker gehören.

Seit September 2008 bloggt das Webteam um Frank Tentler über die Aktivitäten des Orchesters. Mit großem Engagement gelingt es dem Webteam, über das Abo-Publikum hinaus ein breiteres Publikum für großes Orchester zu begeistern, das normalerweise sein Geld lieber für andere Dinge als für Hochkultur ausgibt. Für die Orchester, die unter enormem Kosten- und Erfolgsdruck stehen, ist das überlebenswichtig. Dabei schöpfen die Macher die Potenziale der Social Media aus:  Mit dem Weblog Dacapo, Fotos bei Flickr, Präsenz bei Facebook, Videos auf Youtube und Vimeo, Teilnahme an Barcamps, Aktivität bei Twitter, Livesteams und Public Viewing wie bei der Operngala in Düsseldorf gelingt es, breitere Publikumsschichten für Hochkultur zu begeistern, die sonst nie ein Konzert besuchen würden. Mitentscheidend für den beeindruckenden Erfolg des Projekts dürfte die spürbare Begeisterung der Macher und ihr sehr offener, herzlicher, und einladender Kommunikationsstil sein. Und der Erfolg schlägt sich auch in Zahlen nieder: Mit 34 349 Besuchern in der vergangenen Konzert-Saison (2008/2009) befinden sich die Duisburger Philharmoniker nach weniger erfreulichen Vorjahren klar im Aufwind (WAZ).

Kostprobe hier: Ein besonderer Moment bei Charlie Chaplins Goldrush

Im Film wird gerade das neue Jahr mit einem Lied begrüßt. Plötzlich legen die MusikerInnen ihre Instrumente beiseite und beginnen zu singen …  und das Publikum singt mit…

Die stARTconference am 24. und 25. September in der Mercatorhalle Duisburg (Programm) wird sich um die Frage drehen, welche Schätze in der Verknüpfung   Hochkultur und Social Media liegen, und wie man diese Schätze heben kann.  Ich bin sicher, dass die eine sehr spannende Konferenz werden wird und ich freue mich schon auf den intensiven Austausch mit den Kulturschaffenden und allen, die mit diesen Fragen beschäftigt sind.

Wer verbreitet wissenschaftliche Information in der Wissensgesellschaft des Internet?

Gutenbergtweet

Gutenbergtweet

(The Gutenberg Tweet, via Historical Tweets)

Wie viele andere Autoren habe ich kürzlich Post bekommen von der VG Wort. Darin bittet die VG Wort mit dem Hinweis auf das Google-Books-Settlement die Autoren urhberrechtlich geschützter Werke um die Übertragung zahlreicher Rechte und Ansprüche. Worum geht es dabei? Im Rahmen des Angebots Google Book Search bietet Google gescannte und teils mit Volltext versehene Bücher zur Einsicht an.  Für dieses Angebot scannt Google urheberrechtlich geschützte Fachliteratur einschließlich der Texte von deutschsprachigen Autoren ein. Anhand der IP-Adresse differenziert Google zwei Nutzergruppen: Bürger in den USA und alle übrigen Internetnutzer. Folglich kann Google den Nutzergruppen unterschiedliche Ergebnisse anzeigen lassen (technisch realisiert durch IP-Blocking). Google scannt gemeinfreie Literatur, deren Autoren vor über 70 Jahren verstorben sind,  wie z.B. „Wirtschaft und Gesellschaft“ von Max Weber. Urheberrechtlich geschützte Werke – z.B. Monografien lebender Wissenschaftler – werden von Google, falls überhaupt, nur auszugsweise mit sogenannten“Snippets“ angezeigt. Das Google Books Settlement (Erklärung bei Irights.info) beinhaltet unter anderem, dass Google Bücher, soweit sie vergriffen sind, vermarkten darf, indem Internetnutzer Ansichtsrechte einzelner Bücher oder Bibliotheken mit den Volltexten kaufen können. Dafür sichert Google den Autoren, die sich direkt bei Google melden, einen Vergütungsanspruch zu. Im Mai 2009 wurde VG Wort von ihrer Mitgliederversammlung zur Wahrnehmung der Rechte deutscher Autoren gegenüber Google autorisiert. Weiterlesen