Leseempfehlungen zum Wochenende

Mit Freude stelle ich immer wieder fest, dass neue spannende soziologische Weblogs auftauchen, von Promoventen und Nachwuchswissenschaftlern, von Professoren, z.T. nach der Emeritierung. Dabei sind sehr spannende Weblogs, die im strengen Sinn wissenschaftlich sind, aber auch solche, die an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Journalismus unterwegs sind.

  • Bereits seit einiger Zeit in meiner Blogroll ist das Weblog Economic Sociology von Brooke Harrington, die bei der Gruppe Contexts publiziert. Das von Brooke Harrington herausgegebene Buch „Deception. From Ancient Empires to Internet Dating“ (2009) hatte ich zuletzt besprochen. Es ist für eine breite Leserschaft geeignet und regt mit seinen kontroversen Beiträgen zum Nachdenken über Betrug, Lüge etc. an.  Super anschaulich schreibt Brooke Harrington auch in ihrem Blog „Economic Sociology„.
  • Kai Dröge von der Universität Frankfurt war mir vor dem neuen Netz schon bekannt, weil ich einen Beitrag in Harald Mieg/Michaela Pfadenhauer „Professionelle Leistung – Professional Performance“ in grauer Vorzeit für eigene Schriften verwendet hatte. In seinem Blog „Romantic Entrepreneur“ notiert Kai Dröge gemeinsam mit Oliver Voirol Überlegungen und Diskussionen rund um das soziologische Forschungsprojekt Online Dating. Mediale Kommunikation zwischen romantischer Liebe und ökonomischer Rationalisierung.
  • Die Forschungsgruppe „Grenzüberschreitende Institutionenbildung“ von Prof. Sigrid Quack Leonhard Dornbusch und weiteren Autoren am MPIfG bloggt in englischer Sprache und mit einer kritischen Note auf „Governance across borders“Wirtschaftlichen, sozialen und politisches Handeln wird in modernen Ökonomien wird zunehmend durch politische Governance auf nationaler, europäischer und globaler Ebene geprägt, und sie lässt neue Ordnungsstrukturen entstehen. Dies wirft Frage auf, wie grenzüberschreitende Institutionen entstehen und wie sie unser Leben verändern. Sehr spannend.
  • Klaus F. Röhl ist Rechtssoziologe und emeritierter Professor an der Ruhr-Universität Bochum und Pionier mit seinem Projekt RSOZBLOG, wo er Rechtssoziologie und Themen rundherum per Weblog für ein breiteres Publikum anschaulich vermittelt. Eine wunderbare Quelle für aktuelle Themen rund um die Rechtslehre und Rechtssoziologie. Mit Durkheim im Ohr ist das Recht ja überhaupt der Faktor, der die Gesellschaft zusammenhält, wenn sie sich gute (konsistente & legitime) Regeln gibt, oder die Gesellschaft auseinandertreibt, wenn sich die Gesellschaft schlechte (z.B. widersprüchliche oder illegitime) Regeln gibt. Gesellschaftliche Ordnungsstrukturen haben vielfach die Form von Recht, ihr Wandel und Machtverhältnisse schlagen sich im Recht nieder. Schon allein deshalb lohnt es sich für Sozialwissenschaftler und solche, die es werden wollen, ab und an bei den Juristen wie z.B. beck-blog, Law Blog, Internet Law oder Kriegs-Recht vorbeizuschauen.

Eine Antwort zu “Leseempfehlungen zum Wochenende

  1. Man fühlt sich so alt, wenn man hört, dass man schon „in grauer Vorzeit“ gelesen wurde… (Das war 2003, einer meiner ersten wissenschaftlichen Artikel.)
    Trotzdem vielen Dank für die freundliche Leseempfehlung zu unserem Blog!
    Beste Grüße,
    Kai

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