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Tagung: Ökonomie des Konsums – der Konsum in der Ökonomie

Hühner

"10 Eier XXL to Go" - "Macht € 2,28"

So sehen sie aus, die Lieferantinnen meines gepflegten Frühstückseis. Die Eier schmecken  vorzüglich und sind zu akzeptablen Preisen zu haben. Trotzdem  kommt einem schon mal der eine oder andere Gedanke, was die Tiere da für ein Hühnerleben führen, und ob man  andererseits bereit  wäre, beliebige Preise für’s Frühstücksei zu zahlen. Wer sich als Kunde einredet,  mit den industriellen Verhältnissen nichts zu tun zu haben, in denen unsere Nahrungsmittel produziert werden, belügt sich selbst . Die Erkenntnis, dass es Konsum es unsere Wirtschaft und unseren Wohlstand nicht gebe, ist seit Adam Smith bekannt und doch würde man man sie manchmal gern leugnen. In der deutschen Wirtschaftssoziologie findet die Konsumseite des Wirtschaftsgeschehens bisher wenig Beachtung, weil der Blick vor vorranging auf die Seite der Produktion gerichtet ist. Allerdings zeichnet sich eine stärkere Berücksichtigung von Wirtschaft, Kultur und Lebensstilen ab. In der Konsumsoziologie ist die Dichtomie von Konsumverhaltensforschung einerseits und Konsumkritik andererseits passé. Konsum wird umfassend als Schnittpunkt von (Markt-)Wirtschaft, (Alltags-)Kultur und den feinen Unterschieden sozialer Ungleichheit untersucht.

Fragen wie diesen wird eine gemeinsame Jahrestagung der Sektion Wirtschaftssoziologie und der AG Konsumsoziologie der DGS in am 06./07.11.09 in Berlin (Harnackhaus der Max-Planck-Gesellschaft) nachgehen.  Thema: Die Ökonomie des Konsums – der Konsum in der Ökonomie. Weiterlesen

Sollten wir im Internet von Unsicherheit anstelle von Sicherheit sprechen?

Spätestens seit Ulrich Becks Zeitdiagnose über die Risikogesellschaft (Frankfurt/Main, Suhrkamp 1986) hat Sicherheit einen sehr hohen Stellenwert. Ende der 1980er Jahre stand die Gesellschaft unter dem Eindruck von ökologischen Katastophen – Stichwort Tschernobyl. Es entstand eine Vielzahl von Untersuchungen, die sich mit Risiko, Sicherheit, Katastrophen und der Logik des Misslingens befasste. Ein Denken in den Kategorien des Risikos haben wir uns längst zu eigen gemacht. Zugleich sind wir im Alltag mit mit vielen vielen Unsicherheiten konfrontiert, d.h. wir müssen mit der Möglichkeit leben, belogen, belogen, beklaut, verleumdet oder auf andere Weise geschädigt zu werden. Wir sind bestrebt, uns vor Betrug, Schädigung, Diebstahl, Verleumdung und vielen anderen Dingen zu schützen, die für uns Katastrophen bedeuten.

Seit Mitte der 1990er Jahre hat sich das Risikomanagement als eine zunächst auf Finanzmärkten, dann in Wirtschaftsorganisationen verbreitete Praxis des organisationalen Rechnens und Entscheidungsgrundlage entstanden. Im Mittelpunkt steht der Value at Risk, der ökonomische Wert, der im Fall einer Katastrophe verschwinden könnte. Wie im Modell von Frank Knight wird in der Praxis des Risikomanagement grob gesagt Unsicherheit in Risiko transformiert, in dem man Ereignisse definiert, die eine (wirtschaftliche) Katastrophe bedeuten, das Ausmaß der Katastrophe in Geldeinheiten bestimmt, dem Ereignis eine Wahrscheinlichkeit zugeordnet, und dann auf Grundlage dieser Vorgaben Berechnungen durchführt, um Risiken zu bestimmen. Ein Unternehmen, das mit vielen Risiken belastet ist, hat auf relevanten Märkten geringere Tauschchancen als ein Unternehmen, das mit weniger Risiken belastet ist. Organisationen tendieren zunehmend zu einem risikoaversen Verhalten; sie versuchen, Risiken zu bestimmen und zu vermeiden (Power, Michael, Organized Uncertainty, 2007).

Im Alltag tendieren wir schon in dieselbe Richtung, wenn wir unser Verhalten anpassen: Wir schließen zahlreiche Versicherungen gegen eine Vielzahl möglicher Schadensfälle ab, wir eignen uns im Alltag ein risikoaverses Verhalten an. Bevor wir uns auf etwas Neues einlassen, checken wir lieber mehrfach und tendieren zu einem vorsichtigen, abwartenden, eher misstrauischen Verhalten. Mit unserer Angst können Versicherungen sehr gute Geschäfte machen, Parteien wählen Sicherheit als Wahlkampfthema, und das Thema Sicherheit ist Geschäftsgrundlage für etliche Wirtschaftsbranchen und viele Berufsgruppen. Damit entstehen zwei große Probleme: 1. Auch bei noch so elaborierter Kalkulation -unter Zuhilfenahme immer komplizierterer Formeln, unter Berücksichtigung von mehr Variablen – die Unsicherheit eines möglichen Scheiterns verschwindet nicht. 2. Wenn die Bereitschaft in der Bevölkerung zurückgeht, etwas Neues zu wagen (einen Unternehmen zu gründen, ein Geschäft abzuschließen, eine Finanztransaktion durchzuführen), werden wir langfristig immer weniger davon sehen. Wir meiden das Risiko umso stärker, je mehr wir wissen, dass wir bestraft werden, wenn wir uns vorwagen einlassen und damit scheitern.

Ich würde mich über Reaktionen auf diese Frage freuen: Sollten wir – in der Gesellschaft, im Wirtschaftsverkehr und im Internet – nicht besser von “Unsicherheit” anstelle von “Sicherheit” und “Risiko” sprechen?

These dazu: Sicherheit ist eine Illusion. Tatsächlich leben, arbeiten, wirtschaften wir, online und offline, unter den Bedingungen von Unsicherheit (vgl. in Bezug auf das Wirtschaftsleben z.B. Beckert, Grenzen des Marktes, Frankfurt/Main: Campus 1997). Wir wissen im Alltag nicht, aus welchen Ecken die Katastrophen auf uns zurollen. Würden wir uns so damit beschäftigen wie das Risikomanagement vorsieht und wie es ein Mensch tun würde, der bestrebt ist, sich ökonomisch rational im Sinne des Modells des Homo Oeconomicus zu verhalten, müssten wir alle Quellen von Unsicherheit identifizieren, ihren Schadensumfang und ihre Eintrittswahrscheinlichkeit bestimmen (bzw. das zumindest versuchen). Damit würden wir damit Berechnungen anstellen und unsere Entscheidungen darauf basieren (im Sinne einer ‘perfekten Anpassung’) – wir wären nicht mehr handlungsfähig. 1. Selbst wenn wir unser komplettes Zeitbudget und unsere gesamten kognitiven Fähigkeiten für das Auffinden möglicher Quellen von Unsicherheit aufwenden würden, gäbe es immer noch unentdeckte Katastrophen (vor allem jenseits des erlernten Berufs). 2. Zudem würde die Unsicherheit durch all diesen Aufwand nicht verschwinden. 3. Wir würden handlungsunfähig, weil unsere Ressourcen gebunden wären und wir uns auf nichts Neues mehr einlassen könnten. Konsequenz: Auch unter den Bedingungen von Unsicherheit müssen wir entweder Vertrauen entwickeln oder auf bestimmte Vorzüge des Internet, die das Leben angenehmer und bequemer machen können, verzichten. Wir brauchen eine Diskussion über das gute, vertrauenswürdige Internet, obgleich wir genau wissen, dass auch Personen, Gruppen und Organisationen im Netz unterwegs sind, die es auf die Schädigung anderer absgesehen haben. Sicherheitsexperten erbringen punktuell – in Bezug auf jeweils einen bestimmten Typ von Unsicherheit –  viele sehr wertvolle Beiträge und werden deshalb dringend gebraucht – nur eben nicht allein, sondern im Zusammenwirken mit uns allen.

Anschauungsmaterial dazu liefert unter anderem dieses kleine Video. Darin demonstriert Ruben Unteregger (Blog) wie man über das Internet einen arglosen Bankkunden beraubt – gut, die Software ist jetzt verbreitet, der Quellcode sogar öffentlich einsehbar – Geschäftsbanken dürften ihre Schlüsse für das Onlinegeschäft gezogen haben – aber schauen wir doch da mal vorbei: Da wird aus einem Basisprogramm und einer Schadroutine (bösartigen Code, welcher im Hintergrund ohne Wissen der Opferperson ausgeführt wird) ein  Trojaner zu erzeugt, der sich auf dem Computer des Opfers einnistet und einem Fremden ermöglicht, den Bankkunden auszurauben:

p.s. Da ich die Frage vor dem Hintergrund des Interesses zum Problem des Vertrauen im Netz stelle, und weil derzeit sehr hitzig über Ordnungsregeln für das Internet diskutiert wird, wäre ich für Einschätzungen und Meinungen sehr dankbar.

Update: 30.08. Das Video ist aus dem Internet entfernt worden.

Capitalism formerly known as the German Model and its Re-Formation. Part II

Wolfgang Streeck (MPIfG), a scholar of political economy, studies the relations between markets, states and institutions, the dynamics of their development, their interrelatedness and historical changes. His new book “Re-forming capitalism” (Oxford University Press 2009) is devoted to institutional changes in capitalism formerly known as the German Model and its social consequences. An important book, particularly to those who refuse to give up on liberalism. Back to Part I

Why capitalism?

“Why capitalism? If the gradual disorganization and liberalization of “postwar market economy” like Germany is to be explained, as I believe it must, as a secular historical process driven by endogeneous dialectical force, conceptions of “the economy” as a system in, ore on the way to, static equilibrium, however defined, are not really of use. Speaking of capitalism instead has the advantage that it conceptualizes the economy as inherently dynamic – as a historical social formation defined by a specific, characteristic dynamism, and as an evolving social reality in real time. Speaking of capitalism, in other words avoids the fallacies of misplaced abstractness that plague mainstream economics as well as rational choice social science and prevent them from engaging the world as it happens to be. Specifically, the concept of capitalism draws our attention to a core concept of market expansion and accumulation that, it suggests, makes up the substance and defines the identity of what is now the hegemonic and indeed the only form of economic organization in the modern world. Moreover, it also (…) moves into the center of analysis the fundamental issue of the compatibility of expanding markets with the basic requirements of social integration, thereby providing a coherent analytical framework in which to consider the manifold social conflicts associated with the ‘capitalist constant’ (Sewell 2008) of progressive commodification. ” (Streeck 2009, p. 230)

A society that consumes its institutions?

Streeck makes a strong argument insofar as the transformation of political-economic institutions he describes with the terms of ‘disorganization’, ‘flexibilization’ and ‘economization’ is severe in its consequences in terms of solidarity and social justice. Of course, all institutions are in transformation. So are the social economic institutions of capitalism: collective bargaining, intermediary organizations, social policy and the welfare state, and, of course, corporate governance. As Streeck shows convincingly, this process also involves public financing. But as the state extensively goes after its own interests, e.g. in rising incomes tax for the wealthier parts of the population, rising taxes on goods, inventing new fees for just about everything, lowering the standard of welfare, and hiding the true level of unemployment, this does not leave social solidarity in Germany untouched. Streeck puts this in the term “capitalism” meaning a social order rather than about an abstract “economy” meaning a functional subsystem or the market in a model of the word. But both terms leave that open tough competition, power struggle, inequality and unfairness occur. Slowly but continuously, without major disruptions, capitalism formerly known as the German model has been undermined in complex interplay of systemic, institutional and endogeneous change, not just as a result of external factors such as ‘globalization’ and ‘technology’, but rather because institutions were struggling with specific problems of systemic and social integration. The logic of flexibilization and disorganization is driven by characteristic dispositions of actors, the relationship of rule-making and rule-taking. Weiterlesen

Capitalism formerly known as the German Model and its Re-Formation. Part 1

Re-Forming Capitalism

Re-Forming Capitalism

Thinking about Germany, what are the first people or things that come to your mind? Friedrich Schiller? Heinrich Heine? Oktoberfest? Abwrackprämie? Coordinated capitalism? Hm, Schiller’s spirit of freedom is unequalled, but Heinrich Heine chose to leave the country, and German capitalism is no longer what it used to be. In the distinction of the ‘Varieties of Capitalism’ introduced by Peter Hall and David Soskice (2001), the German model has been discussed as a paradigmatic example of a coordinated market economy in Europe, Japan as a paradigmatic example for a coordinated economy in Asia. ‘Varieties of Capitalism’ (Hall/Soskice) holds that liberal economies and coordinated economies both have their characteristic set of institutions playing together in such a manner that liberal economies offer ideal structural conditions for radical innovation within companies and their interorganizational networks, and coordinated market economies offer ideal structural conditions for incremental innovation.

Wolfgang Streeck in his new book “Re-Forming Capitalism” – a must read – offers a dynamic version of political economy and shows the German economy has undergone such tremendous change in the areas of wage structure and wage-setting, business organizations and trade unions, social policy, public finance and corporate governance in recent decades, that the term no longer applies. It must be rather discussed about the general political and institutional of capitalism than the idea of varieties of capitalism suggests. The keywords of structural change Streeck identifies are ‘flexibilization’ and ‘liberalization’ rather than ‘globalization’ that forces a shift in the relationship between market, state and civil society. (Streeck 2009: 25). In this and the next blog post, I’ll discuss the transformation of the German model based on Streecks’ inspiring new book, some old material from my dissertation and a bit of illustrative material I found online. Weiterlesen

Financial crisis visualized

Part1

Part 2

Jonathan Jarvis at the Media Design Program, a graduate studio at the Art Center College of Design in Pasadena, California did this visualization and simplification of the financial market crisis which began as a mortgage crisis, then became crisis and now is an economic crisis affecting all of too. As the author writes at credit crisis visualized, the goal is giving form to a complex situation like the credit crisis is to quickly supply the essence of the situation to those unfamiliar and uninitiated, rather than figuring a way out. Neither does it mention the larger historical development of mortgage lending business, nor does it talk about state regulation and the role of institutions, e.g. social security or the lack of it. And the black screen at the end of the short film is just the beginning of the downward circle affecting the real economy of production and innovation, as well. Moreover, it is anything but a solution to the problem. Nice work for a thesis and cool visualization, but the limits are also clear. Via Mike Wesch & Spreeblick. Thanks!

Coming up: Post on the involvement of the German economy and the flip side of institutional change of corporate capitalism in Germany, together with the dissolution of “Germany Inc.” In the meantime, I can offer an older post from July 14, 2008: Why the US recession will bite the German economy, too.

Update: PBS documentary of financial breakdown “On Thursday, Sept. 18, 2008, the astonished leadership of the U.S. Congress was told in a private session by the chairman of the Federal Reserve that the American economy was in grave danger of a complete meltdown within a matter of days.” [56 min]. Via Sprechblase.

Kauf ich mir die Welt. Christoph Deutschmann über Kapitalismus und Religion

Wenn wir über Geld sprechen, kommt die Rede fast unweigerlich auf Angebot, Nachfrage und Preise. Das ist keinesfalls so selbstverständlich wie man vermutet, denn die historischen Ursprünge des Geldes werden im sakralen Bereich und im Kultus vermutet. Dort fungierte Geld als Opfergeld. Auch kennt man Geld als Schmuck- und Hortgeld, das auf einen gehobenen Status hindeutetet. Erst später bekam Geld die Funktion des Tauschmittels und Referenzobjekts zur Wertbestimmung anderer Güter, und Geld nahm neue, abstraktere Formen an: Münzgeld, Papiergeld, Buchgeld, Kontoguthaben, Bank- , Kreditkarte und andere Wertkarten (z.B. Payback, Comfort-Karten mit Punktekonten). Geld erwies sich als praktisch, weil der Transport wertvoller Güter aufwendig und riskant war. Geld lässt sich in kleinste Einheiten teilen, stellt ein funktionales Äquivalent zum repräsentierten Gut bzw. Vermögen dar, und Geld erlaubt das Messen, Zählen und Rechnen mit Gütern und Vermögen.

Mythen, Erzählungen und Sprichwörter rund ums Geld gab es zu allen Zeiten: „Allmächtig ist doch das Geld“, sagte der deutsche Dichter Friedrich Schiller (1759 – 1805). „Banknoten sind die Fahrkarten auf der Bahn des Lebens.“, schrieb die humoristischen Zeitschrift „Fliegende Blätter“ um 1844. Das Sprichwort„Non Olet“ (lateinisch für: Geld stinkt nicht), stammt von Vespasian. Als Vespasian von seinem Sohn Titus wegen einer auf Bedürfnisanstalten erhobenen Steuer getadelt wurde, hielt ihm Vespesian das aus der Steuer erhobene Geld unter die Nase und fragte ihn, ob es röche. Und als Titus verneinte, antwortete Vespasian: „Und dennoch ist es aus Harn“ (Haupt, Günther, Geflügelte Worte, Haude und Spennersche Verlagsbuchhandlung, Berlin 1942, S. 470). In der Gegenwart wird Geld in Print, Rundfunk, Fernsehen, aber auch in der Twittergemeinde thematisiert, z.B. die Virtualität oder Echtheit des Geldes, Reichtum und Status, kommunale Beiträge zur Konjunkturbelebung, die Verteilungslogik des Konjunkturpaket II, unkonventionelle Sparmaßnahmen sowie die Wertvernichtung im Zeichen der Finanzmarktkrise. Könnte das Reden über Geld je spannender sein als in der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise?

Sagt sich auch Christoph Deutschmann (Tübingen/MPIfG) und hält eine Vortragsreihe „Soziologie kapitalistischer Dynamik“ am MPIfG in Köln. Im ersten Vortrag „Kapitalismus und Religion“ kritisierte Deutschmann konventionelle Erklärungsansätze des wirtschaftlichen Wachstums aus der ökonomischen Theorie wie z.B. Schumpeters „Evolutionary Economics“, der Wachstumsmodelle, Kapitalismustheorien (Wallerstein, Bourdieu, Lipset), aber auch Modernisierungstheorien (Weber, Parsons, Luhmann) und Theorien der zweiten Moderne (Giddens, Lash, Beck). Die Modernisierungstheorien kritisiert Deutschmann für das fehlende Element der Innovation, das alles andere sei als ein rational durchkalkuliertes Projekt und mit „Tollkühnheit“ durchaus besser beschrieben sei. Ebenfalls kritisierte Deutschmann die „funktionale Schlagseite“ und das Fehlen der Zusammenhänge von Mikro- und Makroebene an den modernisierungstheoretischen Erklärungsansätzen. Aber gibt es genuin soziologische Theorie des Geldes? Deutschmann selbst wählt dafür einen Zugang, der an die Interpretation der ökonomischen Theorie als säkularisierte Theologie durch Robert B. Nelson anknüpft. Beinhaltet Geld inhärent religiöse Sinnformen? Ist Geld eine säkulare Religion, die individuelle Erlösung im Diesseits verspricht?! Und ist in der gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise auch der ökonomische Glaube in der Krise? Sind Steuer-, Wirtschaftsprüfer und Consultants eine „Priesterschaft“ ohne Erfolg? Weiterlesen

Shift happens – re:publica09

publica09

Re:publica09

Shift happens” lautet der Titel der nächsten re:publica in Berlin vom 01. bis zum 3. April 2009. “Shift happens” hat als re:publica’09-Untertitel den Segen von Karl Fisch. Als Tanja und Johnny Haeusler von Spreeblick gemeinsam mit Markus Beckedahl  von Netzpolitik und Andreas Gebhard von Newthinking Communications im Jahr 2006 die erste re:publica ins Leben riefen, war die Konferenz als Event gedacht, an dem sich die sonst virtuelle Blogger-Community zusammenfindet, um gemeinsam die Idee des Web 2.0 voranzutreiben. Das Motto “Shift happens” verspricht Veränderung. Um welche Veränderung es gehen wird, erklären die Organisatoren: Mit “Shift happens” legen sie den Fokus auf die gesellschaftlichen und kulturellen Veränderungen der digitalen Gesellschaft, die für die jüngere Generation längst Status Quo sind. Mit der re:publica09 dürfte ein umfassender Diskurs über die Online-Community hinaus angeregt werden, der auch soziale und kulturelle Folgen des Zusammenwachsens von Netz und Gesellschaft thematisiert. Die Vorfreude steigt!